Mit diesem Entscheid verliert die Wirtschaftsregion Baden und der gesamte Kanton Aargau eine ausserordentliche Entwicklungschance. Der geplante Campus hätte mehrere tausend Arbeitsplätze, zusätzliche Ausbildungsplätze, erhebliche Wertschöpfung sowie wichtige Steuereinnahmen für die Region geschaffen.
Die FDP Baden ist überzeugt: Solche Chancen bieten sich nicht alle Jahre. Der geplante Campus war kein gewöhnliches Bauprojekt, sondern ein Vorhaben von strategischer Bedeutung für den gesamten Wirtschaftsraum Baden und den Kanton Aargau.
Gleichzeitig zeigt der Entscheid auf, dass unsere Region noch zu oft in Gemeindegrenzen denkt, wenn sie eigentlich als Wirtschaftsraum handeln müsste. Wer von einem starken Standort profitieren will, muss auch bereit sein, Verantwortung für dessen Weiterentwicklung zu übernehmen. Zukunftsprojekte dürfen nicht an lokalen Einzelinteressen scheitern, wenn der Nutzen für die gesamte Region offensichtlich ist.
Rückblickend stellt sich zudem die Frage, ob im Interesse des Gesamtstandorts alle Möglichkeiten ausreichend geprüft wurden. Dazu gehört auch die Frage, ob für den betroffenen Grüngürtel alternative Lösungen oder geeignete Ersatzflächen hätten gefunden werden können, um die unterschiedlichen Interessen besser miteinander zu vereinbaren.
Die FDP Baden ist überzeugt, dass Projekte von dieser Tragweite künftig eine noch stärkere regionale und kantonale Koordination erfordern. Bei Vorhaben von kantonaler Bedeutung braucht es eine frühzeitige Moderation zwischen Kanton, Region und Gemeinden, damit Chancen nicht an Interessenkonflikten scheitern, sondern gemeinsam tragfähige Lösungen entwickelt werden können.
Die Region Baden blickt auf über 2000 Jahre Wirtschafts- und Standortgeschichte zurück und gehört bis heute zu den bedeutendsten Innovations- und Technologiestandorten der Schweiz. Ihr Erfolg basiert auf Offenheit, Unternehmergeist und der Fähigkeit, über Gemeindegrenzen hinweg gemeinsame Lösungen zu finden.
Der Hitachi-Entscheid muss deshalb mehr sein als ein bedauerlicher Rückschlag. Er muss Anlass sein, die Frage zu beantworten, wohin sich unsere Region in den kommenden Jahrzehnten entwickeln soll. Die FDP Baden fordert einen Neustart in der regionalen Standortpolitik.
Wir erwarten von der Stadt Baden, dass sie als wirtschaftliches Zentrum der Region die Initiative ergreift und gemeinsam mit Baden Regio, den umliegenden Gemeinden, dem Kanton und der Wirtschaft einen Zukunftsprozess lanciert. Ziel muss eine gemeinsame Vision für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region sowie eine verbindliche regionale Standortstrategie sein. Bei Projekten von regionaler Bedeutung braucht es künftig den Willen, als Wirtschaftsraum zu handeln und nicht primär entlang von Gemeindegrenzen zu denken.
Der Hitachi-Entscheid darf nicht das Ende einer Diskussion sein. Er muss der Anfang einer engeren regionalen Zusammenarbeit sein. Wer auch künftig zu den führenden Wirtschafts-, Innovations- und Technologiestandorten der Schweiz gehören will, muss bei den grossen Zukunftsfragen mit einer Stimme sprechen.
Von einem starken Wirtschaftsstandort profitieren letztlich alle Gemeinden, die Bevölkerung, das Gewerbe und der gesamte Kanton Aargau.
Rückfragen an:
Maurizio Savastano, Fraktionspräsident Einwohnerrat, 079 631 01 15, maurizio.savastano@hispeed.ch